GlobeDrought

GlobeDrought - Ein globalskaliges Werkzeug zur Charakterisierung von Dürren und Quantifizierung ihrer Wirkungen auf Wasserressourcen, die Produktivität im Pflanzenbau, den Handel mit Nahrungsmitteln sowie den Bedarf an internationaler Nahrungsmittelhilfe

Kurzfassung

Ziel von GlobeDrought ist die Entwicklung eines web-basierten Informationssystems zur umfassenden Charakterisierung von Dürreereignissen. Im Rahmen des Projektes soll eine räumlich explizite Beschreibung von Dürrerisiken durch Betrachtung der Komponenten Dürregefahr, Exposition und Verwundbarkeit erfolgen. Dazu werden die Auswirkungen von Dürren auf Wasserressourcen, die Produktivität im Pflanzenbau, den Handel mit Nahrungsmitteln, und den Bedarf an internationaler Nahrungsmittelhilfe untersucht. Methodisch strebt das Projekt eine Verknüpfung von satelliten-gestützter Fernerkundung und der Analyse von Niederschlagsdaten mit hydrologischer Modellierung und Ertragsmodellierung an. Dadurch werden Indikatoren zur Charakterisierung von meteorologischen, hydrologischen und agronomischen Dürren erstellt, die die Quantifizierung von Dürregefahren ermöglichen. Die Analyse sozioökonomischer Daten ermöglicht die Quantifizierung von Exposition und Verwundbarkeit. Im Rahmen eines Co-Designprozesses nehmen Nutzer und Stakeholder Einfluss auf die inhaltliche sowie technische Gestaltung des Dürreinformationssystems. Die im Projekt geplanten globalskaligen Analysen werden durch detailliertere Analysen für stark von Dürren betroffene Regionen, insbesondere für die Region des Südlichen Afrika, ergänzt.
Arbeitsschwerpunkte
  • Analyse historischer Dürreereignisse sowie Ableitung von Dürrerisiken auf globaler Skala
  • Detaillierte Analyse von Dürreereignissen und Dürrerisiken für ausgewählte Regionen
  • Analyse von Dürrewirkungen für ausgewählte Regionen sowie auf Handelsflüsse von Nahrungsmitteln
  • Erstellung und Testen des integrierten Dürreinformationssystems

Relevanz

In Zeiten von Dürren stehen Wasserressourcen in nicht ausreichender Menge zur Verfügung. Wassermangel hat dann oft negative Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität und damit verbundenen sozioökonomischen Faktoren - wie verringerten Einkommen und Nahrungsmittelknappheit, bis hin zu Hungerkatastrophen. Operationelle Dürrefrühwarnsysteme versuchen hier anzusetzen, beschränken sich allerdings zumeist auf eine Charakterisierung des Ist-Zustands oder bieten begrenzte Prognosen für die Dürreentwicklung in naher Zukunft, z.B. der nächsten 3-6 Monate. Es fehlt diesen Frühwarnsystemen jedoch weitgehend an einer Integration über Variablen und Dürreindikatoren hinweg. Insbesondere werden Kausalzusammenhänge bei der Entstehung und Entwicklung von Dürren und Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Ausprägungen von Dürren (meteorologische, hydrologische und agronomische) sowie sozioökonomische Faktoren bislang unzureichend beschrieben. Diese Lücke will das Projekt durch die Entwicklung eines integrierten Dürreinformationssystems schließen. Mit dem zu entwickelnden experimentellen Frühwarnsystem strebt das Projekt insbesondere an, die Zeitspanne zwischen satellitengestützter Datenerhebung, dem Erkennen des Dürrerisikos und entsprechenden Gegenmaßnahmen politischer Entscheidungsträger sowie Akteuren der internationalen humanitären Hilfe zu verkürzen.