go-CAM

go-CAM – Implementierung strategischer Entwicklungsziele im Küstenzonenmanagement

Kurzfassung

Das Kernziel von go-CAM ist die Entwicklung, Implementierung und Anwendung einer multikriteriellen Steuerungsoptimierung für eine nachhaltige Wassernutzung in unterschiedlichen Küstenregionen weltweit. Durch die Kopplung von modernen entscheidungs- und handlungsunterstützenden Methoden mit den Ergebnissen der Hydrosystemmodellierungen entsteht ein integriertes, übertragbares Küstenzonenmanagementsystem. Dieses Planungstool ist Teil einer online Dialogplattform „Coastal Aquifer Management (CAM)“. Die zu entwickelnden Steuerungsoptimierung und Software-Pakete sollen anhand von Fallstudien in Brasilien und in der Türkei, aber auch in Südafrika, auf internationaler Ebene etabliert werden. Grundlage für die Abschätzung des Wasserdargebots und -bedarfs in den Küstenräumen sind moderne hydrologische, hydrogeologische und geologische Modelle. Mit Hilfe einer multikriteriellen Entscheidungsanalyse sollen regionale Handlungsoptionen abgeleitet werden, die anschließend mit Hilfe der Dialogplattform CAM in die Praxis transferiert werden. Begleitende Workshops mit den unterschiedlichen Nutzergruppen werden die Akzeptanz der entsprechenden Methoden und Ergebnisse erhöhen. Ein begleitendes Doktorandenprogramm mit den internationalen assoziierten Partnern soll die modelltechnische Anwendbarkeit auch nach Projektende gewährleisten.
Arbeitsschwerpunkte
  • Aufbau, Kalibrierung und Anwendung von hydrologischen, hydrogeologischen und geologischen Modellen im Küstenraum
  • Abschätzung des aktuellen Wasserdargebots und -bedarfs und deren Entwicklung unter Berücksichtigung verschiedener Einwirkungen und Nutzungsansprüche
  • Ableitung von regionalen Handlungsoptionen mit Hilfe einer multikriteriellen Entscheidungsanalyse
  • Transfer der in der Arbeitsregion Norddeutschland entwickelten Dialogplattform CAM und den zugrundeliegenden Methoden in internationale Partnerregionen

Relevanz

In Küstenregionen steht die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen vor besonderen Herausforderungen. Diese umfassen Klima- und Meeresspiegelveränderungen, Versalzungsgefahr, hohe Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, geringe Geländehöhen und nicht zuletzt hohe Bevölkerungsdichten bzw. großen industriellen Wasserbedarf. Eine Übernutzung der Wasserressourcen führt unweigerlich zu Nutzungskonflikten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für eine umfassende und nachhaltige Steuerung der Wasserversorgung. Eine große Herausforderung ist dabei die Berücksichtigung der relevanten Einflussfaktoren zur Abbildung des gesamten Systems, um mit Hilfe der multikriteriellen Entscheidungsanalyse regionale Handlungsoptionen abzuleiten. Weitere Herausforderungen sind die praxisnahe Aufbereitung der Modellergebnisse, sowie die Akzeptanz der Nutzergruppen.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt finden Sie hier.

Neuigkeiten

Die IFAT Afrika ist eine Fachmesse für Umwelttechnologien, die einmal im Jahr in Johannesburg stattfindet. Am 9. Juli 2019 präsentiert Dr. Konstantin Scheihing, Projektleiter der OOWV Oldenburg-Ostfriesische Wasserbehörde, das GRoW-Projekt go-CAM sowie die Zusammenarbeit mit der Metropolregion Buffalo City auf der IFAT Afrika.
 
Ein kurzes Resümee des ersten Projektjahres von GRoW zeichnet ein positives Bild. Die Forschungsprojekte sind nicht nur gut angelaufen, sondern finden auch international große Beachtung. Die vergangenen Monate haben viele Partnerschaften und Vernetzungen mit öffentlichen und privatwirtschaftlichen internationalen Akteuren hervorgebracht und die Aufmerksamkeit  internationaler Umweltverbände geweckt. Das rege Interesse zeigt: Die Arbeit von GRoW ist aktuell und relevant – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es GRoW gelingt, lokale und regionale Lösungsansätze für den Schutz von Wasserressourcen zu entwickeln, die global übertragbar sind.