SaWaM

SaWaM - Saisonales Wasserressourcen-Management in Trockenregionen: Praxistransfer regionalisierter globaler Informationen

Kurzfassung

Ziel von SaWaM ist die Entwicklung von Methoden und Werkzeugen, mit denen regionalisierte globale Informationen praxisorientiert für das Wasserressourcenmanagement nutzbar gemacht werden. Als zentrales Produkt wird in enger Kooperation mit deutschen Wirtschaftspartnern und lokalen Stakeholdern ein Prototyp eines Online-Tools zur Entscheidungsunterstützung für das regionale Wassermanagement entwickelt. Der Fokus liegt hierbei auf semi-ariden Zielregionen, die aufgrund von begrenzter Wasserverfügbarkeit, zunehmender Sedimentation von Stauseen sowie Häufung und Intensivierung von Dürreperioden auf ein nachhaltiges, effizientes und an regionale Bedürfnisse angepasstes Management angewiesen sind. So wird SaWaM die Leistungsfähigkeit der entwickelten Methoden in ausgewählten Einzugsgebieten im Sudan, Iran, Brasilien, Ecuador und Westafrika untersuchen. Durch dieses breite Spektrum an Testregionen wird eine Übertragbarkeit auf weitere Gebiete nach der Projektlaufzeit gewährleistet. Der zeitliche Horizont liegt für die wasserwirtschaftliche Bemessung auf der Retrospektive (bis zur Gegenwart), und für das operationelle Management auf den kommenden 1-12 Monaten. Dabei kommen Modelle im Bereich der saisonalen Klimavorhersage, des Wasserhaushalts, des Sedimenteintrags und des Ökosystemzustands zum Einsatz, ergänzt durch satellitengestützte Methoden.
Arbeitsschwerpunkte
  • Räumliche Verfeinerung der globalen saisonalen Vorhersagen und globalen retrospektiven Vorhersagen durch dynamische und statistische Verfahren
  • Ökosystem- und Hydrosystemmodellierung
  • Satellitenbasiertes Monitoring von wichtigen hydrologischen Kenngrößen in Nahe-Echtzeit
  • Entwicklung und Praxistransfer eines Online-Tools zur Visualisierung und weitergehenden Analyse der Projektergebnisse als Entscheidungsunterstützung für das Wassermanagement

Relevanz

Während in ariden Regionen zur Sicherung der Wasserversorgung vielfach auf Entsalzung von Meerwasser oder die Förderung fossilen Grundwassers zurückgegriffen werden muss, kann in semi-ariden Regionen mit nachhaltigem und wissenschaftlich fundiertem Wasserressourcen-Management meist viel erreicht werden. Die Abschätzung des aktuell und künftig verfügbaren Wasserdargebots ist hier aber mit besonders hohen Unsicherheiten verbunden. Die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Niederschlags- und Wasserressourcen-Informationen steht dabei im Gegensatz zum beobachteten Rückgang von in-situ Messstationen weltweit. Planer und Entscheidungsträger hoffen daher verstärkt, dass global verfügbare und regionalisierte Fernerkundungs- und modellbasierte Daten in der Zukunft für ein verbessertes Wassermanagement eingesetzt werden können. Zudem steht die saisonale Vorhersage der Wasserverfügbarkeit im Vordergrund. Denn während die Klimaforschung seit vielen Jahren versucht, Aussagen für Klimabedingungen und das langfristige mittlere Wasserdargebot abzuleiten (z.B. RCP Szenarien bis 2100), ist bei der praktischen Steuerung von Stauseen oder in der Bewässerungslandwirtschaft die Kenntnis der kommenden Saison von weit größerer Bedeutung.

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