WELLE

WELLE – Wasserfußabdruck für Unternehmen – Lokale Maßnahmen in Globalen Wertschöpfungsketten

Kurzfassung

Ziel des Forschungsvorhabens WELLE ist es, methodische und praktische Lösungen zur Bestimmung des gesamten Wasserfußabdrucks von Unternehmen zu entwickeln. Neben dem direkten Wasserverbrauch am Produktionsstandort werden in diesem Ansatz auch indirekte Wassernutzungen in den Energie- und Materialvorketten berücksichtigt. Um diese Methode praktisch anwendbar zu machen, wird ein Leitfaden für Unternehmen entwickelt und eine Wasserinventardatenbank sowie ein Water Footprint Tool zur Berechnung des Wasserfußabdrucks von Unternehmen bereitgestellt. Diese werden zusammen mit Industriepartnern anhand von Fallstudien getestet und so die ersten Unternehmens-Wasserfußabdrücke für verschiedene Branchen erstellt. Der entwickelte Ansatz kombiniert erstmalig eine etablierte Methode zur Bestimmung von Umweltauswirkungen mit einer speziellen Methode zur Bestimmung von Wasserauswirkungen. Nach Einschätzung des Wasserrisikos wird WELLE lokale Hot-Spots identifizieren, in denen Water Stewardship-Maßnahmen durchgeführt werden. Diese sind je nach Ergebnis der Fallstudien voraussichtlich bei Zulieferern in Südafrika, USA, Italien, China, Indien und Chile geplant.
Arbeitsschwerpunkte
  • Entwicklung einer Methode zur Messung des Wasserfußabdrucks von Unternehmen auf Grundlage des Produkt Wasserfußabdrucks und der organisationsbezogenen Ökobilanz
  • Bereitstellung einer geografisch expliziten Wasserinventardatenbank
  • Verknüpfung der Methode und Datenbank in einem Water Footprint Tool
  • Erstellung des Wasserfußabdrucks für Fallstudien der Industriepartner
  • Detaillierte Analyse des lokalen Wasserrisikos von relevanten Standorten und Zulieferern
  • Water Stewardship Maßnahmen in Kooperation mit lokalen Stakeholdern
  • Ableiten von Empfehlungen zur Verbindung von Wasserfußabdruck und Water Stewardship

Relevanz

Da Produkte meist in grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten hergestellt werden, findet ein Großteil unseres Wasserbedarfs außerhalb Deutschlands statt. Oftmals wird das Wasser für die Herstellung unserer Produkte dabei in sehr wasserknappen Regionen der Erde verbraucht, z.B. zur Produktion von Baumwolle aus Zentralasien, Getreide aus Nordafrika oder zur Gewinnung von Erz in Wüstenregionen. Gleichzeitig messen und managen Unternehmen ihren Wasserverbrauch meist nur an Produktionsstandorten, obwohl sich hinter Energie- und Materialvorketten oft deutlich relevantere Wassernutzungen verbergen. Dadurch können lokale Auswirkungen des Wassermangels außerhalb der Produktionsstätten nicht identifiziert und reduziert werden. Die Methode des Unternehmens-Wasserfußabdruck wir diese Lücke schließen. Durch die Verbindung der organisationsbezogenen Ökobilanz-Methode, die den Rahmen zur Bewertung von Umweltauswirkungen von Unternehmen bietet, und der wasserspezifischen Fußabdruckmethode werden Unternehmen ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug erhalten, dessen Anwendbarkeit durch eine spezifische Datenbank und ein hiermit verbundenes Tool verbessert wird.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt finden Sie hier.